LOADING
cover_bc66dbbd-3afe-1186.jpg

Über das eBook

merowinger99

Die Reise der Custodia - Kapitel 1: Das Leben danach

Im Jahre 2083 stand die NASA kurz davor, das Geheimnis des Hyperlichtsprunges herauszufinden, als die Erde von einem dritten Weltkrieg erschüttert wurde. Einigen Schiffe im Orbit, darunter auch die Custodia, blieb nichts anderes übrig, als zu fliehen und die noch ungetesteten FTL-Antriebe zu aktivieren, nicht wissend, wohin der Sprung sie führen könnte...

  • FSK ab 0 Jahren
  • Sprache: de
  • Veröffentlicht:
  • ISBN:
  • Format: amobo Format. Verfügbar im Browser, PDF und als ePub.

Über den Autor

bc66cba1-e46c-378a.jpg

merowinger99

ich würde über mich sagen, dass ich ein recht normaler Mensch bin, der wie jeder andere auch seinen Weg in der großen, weiten, möglichst nicht steinigen Welt gehen will.

DIE REISE DER CUSTODIA


Im Jahre 2083 stand die NASA kurz davor, das Geheimnis des Hyperlichtsprunges herauszufinden, als die Erde von einem dritten Weltkrieg erschüttert wurde.
Einigen Schiffe im Orbit, darunter auch die Custodia, blieb nichts anderes übrig, als zu fliehen und die noch ungetesteten FTL-Antriebe zu aktivieren, nicht wissend, wohin der Sprung sie führen könnte...




Kapitel Eins - das Leben danach

„Custodia an irgendjemanden, Custodia an irgendjemanden. Hier spricht Kommandant Finn Virtanen, Kann mich irgendjemand hören?“
Ein Rauschen war alles, was ich als Antwort bekam. Inzwischen fing jeder Tag so an. Jeder hatte sich schon an dieses ewige Rauschen gewöhnt, doch die Hoffnung starb bekanntlich immer zuletzt. Auch nach 3 Jahren hatten wir immer noch Hoffnung. Hoffnung, dass sich irgendjemand mit den Worten „Hey Custodia. Schön, euch zu hören, wir kommen mal zu euch gedüst“ meldet. Aber der Weltraum ist groß. Zu groß. Man müsste schon verdammt viel Glück haben, um hier draussen etwas Lebendiges zu finden.
Drei Jahre des sinnlosen Herumschwebens im Weltraum, ohne Karte und ohne Navigation. Niemand wusste, wo wir gerade waren. Zielloses leben war das Schlimmste, was es gab.
Auf dem Schiff war Depression die häufigste Krankheit. Depression, die man sehr häufig im Alkohol zu ertränken versuchte, denn das gab es hier komischerweise mehr als genug.
„Okay,“ sagte ich „Da war er wieder, der Höhepunkt des Tages“
Mit einem tiefen Seufzer ließ ich mich lustlos auf meinen Sitz nieder, der einem Thron ähnelte. Dies hatte zur Folge, dass man den amtierenden Kommandanten immer mal wieder den „King“ nannte. Ein schmeichelhafter Name für einen Kommandanten, der noch so gut wie nichts erreicht hatte.
Ich bin einzig und allein nur an dieses Schiff gekommen, weil der eigentliche Kommandant im Urlaub war, als die Menschen sich auf
der Erde selbst auslöschten. Und ich, damals nur XO, war dabei, langweilige Testflüge mit den neuen Antrieben zu machen. Das war bis dahin auch der Höhepunkt meiner noch jungen Karriere. Nun gab es keine Karriere mehr.
Die strengen millitärischen Regeln wurden von Jahr zu Jahr auch immer weniger beachtet. Mich redete man fast nur noch mit meinem Vornamen an.

Ich war schon kurz davor, einzunicken, als mich mein XO, ein älterer Herr namens Leon Hansen, antippte. „Finn, nicht einschlafen. Da draussen wartet ein Herr von der Nahrung und will dich sprechen.“
„Was will er?“ fragte ich ohne jeden Elan.
„Na was wohl? Dich auf die derzeitige Ernährungslage aufmerksam machen.“
„Schick ihn in den Komm-Raum, ich bin gleich da.“
Der Komm-Raum lag direkt vor dem KIZ (Kampfinformationszentrum) und diente damals dem übertragen und dechiffrieren wichtiger Nachrichten. Heute war er nur noch Pausenraum und Besprechungsraum für die Abteilungen Leben, Nahrung, Energie, Wasser, Luxus und Freizeit.
Schweren Herzens verabschiedete ich mich von meinem Thron und ging durch die große Metalltür, die sich von selbst öffnete, links in die kleinere Tür hinein. Dort saß schon ein ungeduldiger Mann mit ungewollter Glatze und stand auf, als er mich sah.
„Ah, Herr Kommandant“ fing er freundlich an, „hab ich Sie geweckt?“
„In der Tat.“
„Tut mir leid. Erich Lamil, der neue Abteilungsleiter für Ernährung. Ich wollte Sie lediglich nur darauf aufmerksam machen, dass unser eingelagertes Fleisch in weniger als 3 Monaten aufgebraucht sein wird. Ab dem Zeitpunkt können wir uns dann nur noch von dem ernähren, was unser Garten hergibt und das wären größtenteils Kartoffeln, Karotten, Petersilie und Obst. Rechnen Sie damit, dass die Moral der Menschen hier noch weiter in den Keller sinken wird.“
„Kaum zu glauben, dass sie noch tiefer sinken kann. Warum kommen Sie damit persöhnlich zu mir?
Hätte nicht auch eine Nachricht gereicht?“ fragte ich leicht gereizt. Ich hatte keine Ahnung, warum ich gereiz war. Zu tun hatte ich doch sowieso nichts. Vielleicht lag es daran, dass Erich Lamil aussah, wie ein Bilderbuch-Schleimer. Nur von außen freundlich. Könnte der perfekte Politiker sein.
„Doch, natürlich, aber ich wollte die Gelegenheit auch nutzen, um mich mal persöhnlich vorzustellen. Wie ich schon sagte, Erich Lamil. Ich werde mein bestes tun, um die Einhaltung der Ernährungsvorschriften zu überwachen.“
„Na das ist ja erfreulich. Wie stehts mit den Gewürzen?“
„Die Gewürze? Da haben die Köche mal mitgedacht, die wurden recht sparsam eingesetzt. Die werden noch lange reichen.“
„Wenigstens was, um die Kartoffeln schmackhafter zu machen. Gibts sonst nochwas?“
„Da wäre noch etwas. Man hat mir aufgetragen, ihnen zu sagen, dass die anderen Abteilungen es sehr schätzen würden, wenn der Kommandant dieses Schiffes auch seine Unterstützung anbieten würde. Man ist der Ansicht, dass dann mehr Leute auf unsere neuen Gesetze hören würden.“
„Der Kommandant eines Schiffes hat schon eine Aufgabe. Dafür zu sorgen, dass dieses Schiff auch fliegt.“ sagte ich leise und nun noch gereizter.
„Aber sie machen doch so gut wie...“
„Das Gespräch ist beendet. Einen schönen Tag noch.“


Kaum war der Ernährungsleiter aus der Tür marschiert, kam auch schon die Hälfte der KIZ-Besatzung hereingestürmt. Es war Pausenzeit.
„Und?“ Fragte mich Miguel Klein, der den Job des taktischen Offiziers innehatte,
„wie wars?“
„Kurz. Er wollte sich nur mal persöhnlich vorstellen. Und dafür meine wertvolle Zeit in Anspruch nehmen...“ Nach dem Satz fingen die meisten an zu lachen.
„Klar, du hattest ja nicht mal Zeit, deinen Schlafsabber von deiner Uniform zu wischen“ meinte Hansen. Erst als ich begriff, dass er nicht scherzte, hörte ich auf, zu lachen und wischte
den Sabber verlegen mit meiner Hand ab. „Soo, Mister Hansen,“ fing ich an und verschränkte die Arme „Das hat dir jetzt eine zusätzliche Stunde im KIZ eingebracht.“
Er schien nicht sonderlich schockiert zu sein. Kein Wunder. Ich drückte Ihm ständig Strafstunden auf. „Bitte, ich hatte heute sowieso nichts mehr vor.“
Während ich meine Arme verschränkte und auf die Decke sah, sagte ich „Ich solle mich ausserdem noch mehr in die Abteilungen einbringen, meinte er.“
Hansen rümpfte die Nase. „Wir machen unseren Job, die ihren. Die glauben wohl, dass wir hier oben die ganze Zeit nichts tun?“
„Sieht wohl so aus.“ sagte ich „Los Jungs, holt die Karten raus.“

Nach einer langen und nicht so harten Schicht konnte ich mich endlich in meiner Kabine entspannen. Klar, ich hätte mich jederzeit dort verkriechen können, es war sowieso nichts los. Aber so etwas tat kein Kommandant eines Schlachtschiffes.
Ich setzte mich in einen Sessel und überlegte, was man jetzt noch tun könnte.
Im Fernsehen kam immer noch nichts. Dazu waren wir anscheinend zu weit von der Erde entfernt. Auch wenn wir nicht so weit weg wären und das heimische Fernsehen empfangen würden, kämen wahrscheinlich nur die Sendungen, die während dem zweiten Weltkrieg liefen. Dann wüsste man wenigstens die ungefähre Entfernung zur Erde.
Darum entschloss ich, mich ins Bett zu legen und einfach nur zu schlafen. Leichter gesagt, als getan, wenn man den ganzen Tag so gut wie nichts gemacht hatte. Während ich so über unsere nicht vorhandenen Ziele nachdachte, kam es dann aber wie von selbst. Ohne es zu bemerken, fand ich mich im Land der Träume wieder.

Ein Dorf, gerade mal ein Viertel sogroß, wie die Custodia in einem Tal umgeben von Wald. Auf einem Feldweg versuche ich und meine zwei Jahre ältere Schwester das Moped unseres großen Bruders zum laufen zu bekommen. In nicht allzu großer Entfernung auf einer
unebenen Wiese werden wir von den anderen Jungs ausgelacht. Bei Ihnen ist das starten eines Mopeds eine Selbstverständlichkeit. Das Schwarzfahren gilt hier als das Normalste auf der Welt. Aber wir beiden sind noch neu hier, wollen uns bei den anderen beweisen. Meine Schwester schreit, ich solle doch endlich mal das blöde Ding anbekommen. Wie wild trete ich in das Pedal. Der Motor rattert und knattert, will aber nicht anspringen. Die anderen Jungs lachen noch mehr, liegen sich in den Armen. Ich werde rot.
Angespornt von ihren Schreien schaffe ich es. Ich lasse das Moped aufheulen. Ich setze mich auf das Moped, drehe am Gas und verspüre zum ersten mal das Gefühl von Freiheit......Freiheit........Freiheit. Dann säuft es ab. Die anderen Jungs lachen wieder...


Etwas riss mich aus meinem Schlaf. Eine Stimme. Sie kam aus dem Lautsprecher. Die Stimme von Moses Stein, dem Kommunikationsoffizier. „Finn, steh auf! Es ist dringend.“
„Was gibts denn?!“ fragte ich wütend.
„Du musst unbedingt ins KIZ kommen, da kommt was großes auf uns zu.“
Drei Jahre lang ist nichts passiert und ausgerechnet Nachts klingelte man mich aus dem Bett? Ein sichtlich schlechter Zeitpunkt, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Im KIZ angekommen, waren alle in Panik. Bevor ich mich fragen konnte, wieso, kam Hansen schon auf mich zugestürmt.
„Finn, ein Asteroidenfeld, direkt vor uns.“ Mir zog es fast die Lunge raus. Ein Schock, den ich lange nicht mehr erlebt hatte. Zu lange.
„Ist ein Ausweichen möglich, Green?“
Adrien Green, der noch sehr junge Steuermann fuhr auf. „Negativ, es wurde zu spät bemerkt. Dafür muss ich mich entschuldigen.“
„Dafür ist jetzt keine Zeit.“ sagte ich leise und bestimmend. Für so etwas wurde ich geboren. In Zeiten der Not zu führen und schnelle Entscheidungen zu treffen.
Nico Stein, der Bruder von Moses Stein, war der Waffenkontroll-Offizier. Er wusste schon, dass mein nächster Satz ihm galt. „Die Geschütze bemannen und scharf machen. Schilde aktivieren. Hansen, Alarmstufe 1. Ich hoffe, du weißt noch, wie man den Funk bedient.“
Auch Hansen wusste, dass das kommen würde. Er stand schon direkt vor dem Mikrofon, brauchte es nur noch abheben. Kurz danach ertönte es überall im ganzen Schiff. „An alle Gefechtsstationen. Im gesamten Schiff gilt Alarmstufe 1. Ich wiederhole. Alarmstufe 1 im gesamten Schiff. An alle Zivilisten: Halten sie sich sicher irgendwo fest.“
Ich konnte nicht umhin, Hansen anzugrinsen. Sie alle hatten ihre Sache bisher sehr gut gemacht. Eingerostet waren Sie keineswegs. Um den Steuermann würde ich mich später kümmern.
„Alle Geschütztürme bemannt“ ertönte es im hinteren Bereich des KIZ.
„Das ging schnell.“
„Aber es gibt da ein Problem mit den Schilden. Sie sind nicht hochgefahren.“
„WAS?!“ Schrie ich nun.“Ich muss bestimmt nicht erwähnen, was aus uns wird, wenn keine Schilde da sind. WARUM fahren die Schilde nicht hoch?“
„Die Akkus müssen ausgewechselt werden, Kommandant.“
Ich nahm mein Lob gedanklich zurück. Mein Körper füllte sich mit grenzenloser Leere. Das Schiff flog also die ganze Zeit mit leeren Schild-Akkus. Ich unterdrückte meine Angst und richtete mich auf.
„Wie lange dauert das Auswechseln?“
„Minimal fünfzehn Minuten.“
„Fünfzehn? In Fünfzehn Minuten sind wir längst mittendrin!“
„Das weiß ich, Sir.“
„Ach jetzt bin ich auf einmal wieder Sir?! Das muss schneller gehen, ist das klar?!“
„Ja.“
Während wir dem Feld immer näher kamen, gingen mir einige Sachen durch den Kopf.
War es das? Das erste mal seit drei Jahren einer ernsten Situation ausgesetzt und schon versagt? Ich durfte mir meine Zweifel nicht anmerken lassen. Sie alle, Hansen, die Stein-Brüder, Green, Eva Schmid, die einzige Frau im KIZ, die für die Schadenskontrolle zuständig war
und bald bestimmt einiges zu berichten hatte, zählten auf mich. Ich musste kurz sogar an Erich Lamil, dem Nahrungsleiter denken, wie er in seiner Kabine hockte und sich fragte, was los sei. Ich musste auch an die Kinder an Bord denken. Das jüngste hieß Kevin Casseter und war sieben Jahre alt.
Dann kam mir eine Idee.
„Hansen,“ sagte ich klar und bestimmend zu meinem XO „Gravitationsstrahlen auf die Asteroiden ausrichten.“
Er schaute mich fragend an. „Was? Gravistrahlen?“
„Mach einfach, was ich sage. Green, stopp die Triebwerke, Bremstriebwerke aktivieren. Wir müssen auf Null stehen.“
„Geht klar, Kommandant. Wie ich merke, hast du eine Idee?“
Unsicher antwortete ich „Ich weiß nicht, ob das klappen wird, aber wir haben wohl keine andere Wahl. Mein Plan wird uns wenigstens ein wenig mehr Zeit verschaffen.“
Ich war mir wirklich unsicher. Entweder würde der Plan funktionieren, oder wir würden noch mehr Treffer abbekommen, als sonst.
Der Stress war ungewohnt. Wenn man in drei Jahren sogut wie nichts zu tun hatte, und plötzlich so etwas kommt, muss man sich erstmal wieder daran gewöhnen. Ich fühlte mich nicht wie 31, sondern eher wie 72. Ich zitterte am ganzen Leib. Zum Glück gab es noch meinen Thron, bei dem ich mich abstützen konnte.
„Wir stehen auf Null in 30 Sekunden!“ Schrie Green, der sichtlich nervös war.
Hansen meldete sich nun endlich auch wieder zu Wort „Gravistrahlen sind bereit und ausgerichtet. Warte auf Aktivierung.“
„Noch nicht.“ flüsterte ich, „Wir müssen erst warten, bis wir stehen.“
Green sah auf das Radar. Der Schweiß tropfte nur so von seinem Gesicht, aber zumindest war er nicht starr vor Angst. „Aufschlag des ersten Asteroiden in 10 Sekunden. Das Schiff steht auf Null!“ schrie er.
„Hansen! Gravistrahlen aktivieren!“.
Er tat, wie ihm befohlen wurde und drückte auf einen Knopf. Der erste Asteroid erschütterte das Schiff,
aber die Hülle hielt noch. Das war unausweichlich. Die anderen wechselten die Flugrichtung. Und zwar direkt auf das Schiff zu.
„FINN!“ Schrie Green „Die Asteroiden rasen von oben her auf uns zu!"
„Alle?“
„Soweit ich sehen kann, ja!“
„Gut. Wenn ich Befehl gebe, gibst du Vollgas und lenkst nach unten.Und du, Hansen, schaltest die Gravistrahlen aus.“
Nun begriffen die anderen meinen Plan.
„Der Plan könnte klappen,“ sagte Hansen sichtlich aufgeregt „Aber wenn nicht, sind wir alle tot.“
„Das wären wir sowieso.“
Die Asteroiden kamen immer näher auf uns Zu. Wie riesige Schlachtschiffe. Der Anblick war atemberaubend. so Filmisch. Hätte ich eine Kamera dagehabt, die nötige Zeit und nicht so zittrige Hände, würde ich keine Minute zögern und ein paar Schnappschüsse machen.
Jetzt waren sie kurz davor, einzuschlagen.
„JETZT!“ Schrie ich aus vollem Halse.
Green schob einen Hebel bis zum Anschlag und drückte das Steuer so fest er konnte.
Der plötzliche Schub schleuderte diejenigen nach hinten, die sich nicht festgehalten hatten. Gerade noch so schaffte es Hansen, die Traktorstrahlen auszuschalten, dann fiel er nach hinten. Ich hing immer noch an meinem Thron und klammerte ihn so fest ich konnte.

Es klappte. Die Asteroiden flogen über das Schiff hinweg in die Leere.
Kurz darauf ertönte ein Freudenschrei nach dem nächsten. Den konnte ich nicht mit Ihnen teilen. noch nicht.
„HEY! Noch ist es nicht vorbei. Es sind noch jede Menge Asteroiden auf dem Weg zu uns. Moses, wie ist der Status der Schilde?“
An seinem erleichtertem Gesicht konnte ich schon ahnen, was nun kam.
„Die Akkus sind ausgetauscht. Ich fahre nun die Schilde hoch. Ich würde sagen, auf die vollen Hundert Prozent.“
„Ganz Recht, die vollen Hundert.Frau Schmid, den Schadensbericht bitte.“
Für Ihr Alter, 42, sah sie noch ungemein sexy aus. Ihre blonden, langen Haare wehten herum, als ich
Sie ansprach. Die blauen Augen funkelten mich nun freudig an. „Ein Asteroid hat eines unserer Triebwerke knapp verfehlt. getroffen wurde nur Hangar B. Aber nichts ernstzunehmendes." sagte Sie in deutschem Akzent.
„Gut" entgegnete ich erleichtert.
Nun bauten sich die Schilde etwa 100 Meter rund um das Schiff auf. Zu sehen war es nicht, aber man merkte es. Die Asteroiden schienen auf eine unsichtbare Wand zu treffen und zerbarsten in ihre kleinsten Teile.
Nun atmeten alle auf. Das erste mal seit langem, wie es schien. es dauerte einige Minuten, bis sie aus dem Asteroidenfeld kamen.
„Kommandant!“ sagte Hansen und verbeugte sich vor mir. So etwas hatte er noch nie getan. „Du hast uns soeben das Leben gerettet.“
Das Gefühl, was darauf folgte, war fast unbeschreiblich. Eine Mischung von Freude und Stolz kam in mir auf. Als ob gerade tausende Blumen in meinem Bauch anfingen, zu blühen. Endlich hatte ich mir den Namen „Kommandant der Custodia“ verdient.
Darauf folgte ein Gefühl von Verlegenheit. „Jetzt macht keine große Sache daraus. Ich bin der Kommandant, und der hat nun mal die Pflicht, eure Ärsche zu retten. Anstatt mich zu loben, solltest du das Schiff wieder auf normale Alarmstufe setzen und den Leuten sagen, was vorgefallen ist.“
„Geht klar.....Kommandant.“

Während langsam wieder der gewohnte Gang einkehrte, merkte ich erst, wie erschöpft ich war. Aber irgendwie war es eine glückliche Erschöpfung, wie nach einem langem Arbeitstag.
Endlich hatte ich richtig unter Beweis stellen können, dass ich der Richtige für den Posten als Kommandant war. Der ganze Zweifel, der sich in den letzten drei Jahren aufgestaut hatte, war wie weggeblasen.
Ab diesem Moment war ich fest entschlossen, uns nun ein richtiges Ziel zu setzen. Kein sinnloses herumirren im Weltraum mehr. Drei lange Jahre waren wir wie betäubt von der Erkenntnis, kein Zuhause mehr zu haben.

Ein Ziel...
Ein
neues Zuhause...

Seitenauswahl

1 - 10

+Kommentare (3)

Um einen Kommentar schreiben zu können, musst du dich anmelden.
Noch kein Konto? Neues Konto erstellen

vielen vielen vielen vielen vielen vielen dank ^^

merowinger99 • 22.05.2012 17:33

10 Sterne verdient die Geschichte ->10!

Käsefrau • 21.05.2012 12:16

Wunderbar! Großartige Kurzgeschichte! Gut geschrieben, super zu lesen. Ganz klar: 5 Sterne!

clacer • 10.05.2012 12:45

+Bewertungen (2)

Um ein eBook bewerten zu können, musst du dich anmelden.
Noch kein Konto? Neues Konto erstellen
  • Käsefrau hat dieses eBook mit 5 Sternen bewertet. 21.05.2012 12:16
  • clacer hat dieses eBook mit 5 Sternen bewertet. 10.05.2012 12:45

+Listen

Details

  • 10Seiten
  • 261 (4) Aufrufe (30 Tage)
  • Kategorien
  • 2 / 3Bewertungen / Kommentare
  • Einstelldatum
  • 5Ø-Bewertung

Download

Formateigenschaften: amobo-Format. Es wird keine zusätzliche Lesesoftware benötigt.

Finde auch andere eBooks aus der Kategorie .

Verschenke es

Mach Freunden und Bekannten eine Freude und schenke ihnen das eBook.

Zum Verschenken hier klicken: G

eBook herunterladen

downloaden

Lesemodus

starten