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Über das eBook

satoichi

Schimmern in der Nacht

Hallo mein Name ist Adrian Stevens, ich bin 23 Jahre alt, Schriftsteller in Ausbildung und ein hoffnungsloser Träumer. Bevor ich anfange euch meine Geschichte zu erzählen, möchte ich darauf hinweisen, dass jene die Angst im Dunkeln verspüren, in finsteren Gängen ein frösteln im Nacken haben und sich nach einem grusligen Horrorfilm ein kleines Licht zum Schlafen anschalten, ab jetzt meine Nacherzählung der Ereignisse von damals besser weglegen sollten. Ihr solltet stattdessen lieber eine lustige Sitcom im Fernsehen anschalten und diese euch ansehen. Ja, meine lieben Freunde des geschriebenen Wortes, dies ist eine wahre Geschichte, wahr bis zu einem Punkt, denn ich habe aus Gründen meiner eigenen Sicherheit die Namen geändert. Wenn ihr dies im Hinterkopf behaltet und mutig genug seid, meinen Worten zu lauschen, dann garantiere ich euch, ihr werdet die Welt mit anderen Augen sehen, mit meinen Augen.

  • FSK ab 18 Jahren
  • Sprache: de
  • Veröffentlicht:
  • ISBN:
  • Format: amobo Format. Verfügbar im Browser, PDF und als ePub.

Über den Autor

satoichi

Hallo amobo Community, mein name ist René, bin 22 Jahre alt und hatte einfach mal den drang verspürt, meine geschriebenen Werke hochzuladen. Sollte der ein oder andere sie darauf lesen wollen, freut es mich sehr ;).

Kapitel 1: Die Welt wie wir sie kennen oder auch nicht




Hallo mein Name ist Adrian Stevens, ich bin 23 Jahre alt, Schriftsteller in Ausbildung und ein hoffnungsloser Träumer. Bevor ich anfange euch meine Geschichte zu erzählen, möchte ich darauf hinweisen, dass jene die Angst im Dunkeln verspüren, in finsteren Gängen ein frösteln im Nacken haben und sich nach einem grusligen Horrorfilm ein kleines Licht zum Schlafen anschalten, ab jetzt meine Nacherzählung der Ereignisse von damals besser weglegen sollten. Ihr solltet stattdessen lieber eine lustige Sitcom im Fernsehen anschalten und diese euch ansehen. Ja, meine lieben Freunde des geschriebenen Wortes, dies ist eine wahre Geschichte, wahr bis zu einem Punkt, denn ich habe aus Gründen meiner eigenen Sicherheit die Namen geändert. Wenn ihr dies im Hinterkopf behaltet und mutig genug seid, meinen Worten zu lauschen, dann garantiere ich euch, ihr werdet die Welt mit anderen Augen sehen, mit meinen Augen.

Meine Geschichte beginnt an einem ganz gewöhnlichen Morgen, wo wie immer der Wecker um Punkt 6:15 Uhr klingelt und mich aus meinem total interessanten Traum reißt. Hallo Wirklichkeit ich bin wieder da. Gott wie ich das in diesem Moment hasse. Wie ich jedes Mal in Gedanken sage, „Bleib doch einfach liegen, mach Blau, die Arbeit geht auch ohne dich weiter…“. Tja klar, kann man das machen, jedoch muss das Geld ja irgendwo herkommen. Demzufolge richtete sich mein Blick trübe dem Wecker zu. Ein letztes Seufzen, sprang vom Bett und taumelte ins Bad hinein. In meinem alten Spiegel, der einen Rahmen aus Holz hatte, spiegelt sich mir mein müdes, leicht gelangweiltes Gesicht entgegen. Ich beobachtete mich wie jeden verdammten Morgen dabei, wie ich mir die Zähne putze und meine langen dunklen Haare mit einem Zopf nach hinten binde. Abermals verspürte ich die Unlust, mir den morgendlichen Drei-Tage-Bart abzurasieren.

Nach gut einer halben Stunde bin ich auch endlich soweit meine eigene Wohnung zu
verlassen und wie immer mich mit meiner Nachbarin, die gegenüber wohnt zu streiten. Bestimmt war abermals meine Musik zu laut und diese alte Schreckschraube mit den Namen Inger Mibbert konnte sicher nicht einschlafen. Wie vorausgesagt schloss ich gerade meine Wohnungstür ab und hörte auch schon von hinten, das auf und ab stampfen des Gehstockes der alten Lady. „Hmpf“, entfuhr es mir, drehte mich um und blickte der mürrischen Kuh mitten ins Gesicht. Ein sehr boshafter Blick wurde mir geschenkt, die kleinen dunklen Schweinsauglein strahlten mich mit Zornesblitzen an. Ich wusste, dass ihr Mund sich bewegte und irgendwas sagte, aber wie immer hörte ich eher das Rauschen des Meeres. Ab und an sah ich zwar hin, beobachtete ihre Wutader, die langsam entstand, doch letztenendlich entschied ich lieber mich im alten Flur dieses Gebäudes umzusehen. Ich wette, hätte ich meinen Kopf nicht gedreht, wäre. Mir die Spuke der alten Frau wie Torpedos ins Gesicht geschossen. Jaja, mein trautes Heim war schon ein recht dunkles Fleckchen. Die alten gelben Wände des Flures der Etage 3, wirken schon auf den ersten Blick alles andere als freundlich, was vielleicht erklären könnte das seit gut zwei Jahren keine neuen Mieter eingezogen sind. Ich drehte mich kurz um und schaute auf meine Wohnungsnummer 13. Ich atmete aus, merkte plötzlich, dass mir ein Stock in meinem Rücken geschlagen wurde und nach gut einigen Minuten der geistigen Abwesenheit, schenkte ich wieder Mrs. Mibbert meine Aufmerksamkeit. „So geht das nicht mehr junger Mann, bis in die Puppen hören sie diesen Krach, wollen sie mich ins Grab bringen oder was!?“, polterte sie weiter drauf los. Ich hätte gern in dem Moment erwidert, „Ja, dann nervt mich wenigstens keiner mehr am Morgen.“ Hielt dies aber für keine so gute Idee, schließlich wollte ich ja irgendwann zu meinem Part-Time-Job als WacWonald´s Mitarbeiter. Von irgendwas muss man ja leben, auch wenn der zarte Duft von Bratfett eine Frau nicht gerade dazu bewegt mit einem auszugehen. Wie dem auch sei, ich schaffte es irgendwann mich von meinem Nachbarschaftsdämon loszueisen und entschied mich kurz für die Treppe. Da der Fahrstuhl in diesem Gebäude alles andere als sicher war und verließ so langsam das Gebäude.

Draußen, endlich frische Luft. Naja, wäre das schön gewesen, nicht aber hier in dieser vermaledeiten Großstadt. Wo sich Menschen gegenseitig auf den Sack gehen, Autoabgase die Luft verpesten und die allgemeine Gewöhnlichkeit wie eine Krankheit jeden Menschen, an jeden Morgen, der immer gleich ist, so langsam ins Grab bringt. Das hieß für mich, mein standardmäßiger Erstbesuch im Coffee Shop an der Ecke, wo ich mir mal wieder die Zeit nehme einen heißen, mit Milch verdünnten und mit Zucker versüßten Kaffee zu trinken. Eigentlich war der Laden viel zu teuer für eine normale Tasse, aber naja was soll ich sagen, ich beobachte gern die junge Angestellte Karo. Die mit ihrem bezaubernden Lächeln und einem Körper, der jeden Mann gewisse Gedanken im Kopf entstehen ließ, für die man den Ab-18-Siegel auf die Stirn eines jeden kleben müsste. Schämen tu ich mich jedoch dafür hingegen nicht. Sie war eh außerhalb meiner Liga und gegen ein wenig Schauen hatte noch nie jemand was. An dieser Stelle muss ich euch einfach kurz unterbrechen beim Lesen und sagen, dass ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht wusste, dass Karo in Wahrheit jemand war, die gern einen Mann verführte und für eine Nacht beglückte. Aber nicht aus Gründen der Lust, nein man könnte eher sagen des Hungers. Merkt euch das mal vor, denn zu diesem Fehler meinerseits komm ich später nochmal. Ich trank also meinen letzten Schluck und verließ den Coffee Shop. Es war mittlerweile schon 7:30 und gegen 8 Uhr begann meine glorreiche Schicht im wunderbaren WacWonalds. Ich beschließe einfach mal ein wenig vorzugreifen, denn wie
ich mir eine Schürze anziehe und Burger brate, interessiert sicherlich niemanden hier.

Gegen Mittag klingelte plötzlich mein Telefon, gern lasse ich es länger klingeln, da mir mein eigens ausgewählter Klingelton so gut gefällt. Letzenendlich nahm ich jedoch ab. „Hallo hier Adrian, wer ist da?“, fragte ich mit einer monotonen Stimme, da dies die gewohnte Art und Weise war, wie der heutige Mensch ans Telefon geht. Eine männliche Stimme meldete sich, „Hey Ady, hier ist Kenny. Sag mal du hast noch nicht die Partyanfrage auf Feetbook angenommen. Sollten wir jetzt davon ausgehen, dass du zur Feier am Freitag nicht erscheinen wirst?“. Typisch Kenny dachte ich mir in dem Moment, kann er nicht einfach mal abwarten bzw. wer einen Termin nicht annimmt kommt meist auch dann nicht und das war auch insgeheim mein Ziel gewesen. Doch jetzt wo man mich so direkt darauf ansprach blieb mir nur eines übrig. „Boah, total vergessen. Danke, dass du mich daran erinnerst. Klar bin ich dabei kennst mich doch“, heuchelte ich ein wenig vor. „Super, dachte auch nichts anderes von dir. Ahja ehe ich es vergesse, machst du dich eigentlich an Simone nun ran oder überlässt du mir das Feld?“. Klar, dachte ich mir in diesen Moment, als hättest du je meine Erlaubnis benötigt, um ein Mädel mir auszuspannen. Wie sagt man so schön, man kann sich seine Freunde nicht aussuchen oder ging das anders? Wie dem auch sei mir war das einfach nur egal und da so langsam meine Pause sich dem Ende neigte und der WacWonalds Filialleiter schon wieder mit seinen stechenden Augen die Runde machte, bejahte ich seine Frage und wimmelte ihn ab. Meine Pause war zu ende, zurück zum leckeren Bratfettduft, Gott brauchte ich schleunigst eine Dusche.

So neigte sich langsam der Tag dem Ende zu und der Abend brach an. Abend oder besser gesagt mein Feierabend begann. Ausruhen endlich ausruhen, endlich Duschen. Mein sehnlichster Wunsch in jenem
Augenblick. Ich sage euch, wenn ihr dort arbeitet und auch so nach altem Fett stinkt, habt ihr auch das Bedürfnis euch zu waschen oder zu erhängen. Naja eines von beiden trifft sicherlich zu. Und ja, ich gebe es zu, ich hatte auch schon den zweiten Gedanken ein oder zweimal. Gott ich hasse diesen Job. So verließ ich die Filiale und ging erschöpft die Adams Street entlang. Ich freute mich schon riesig darauf in der U-Bahn zu sitzen, denn dank meines Parfüms, war mir ein Sitzplatz mit Beinfreihat sicher. Ein Vorteil, aber auch nur wirklich einer, der im Nachhinein nicht wirklich einer war, auch wenn ich sagen muss, dass mir eigentlich dies das Leben gerettet hatte oder auch nicht. So ging ich also die Straße entlang, wich einigen nervigen Passanten aus, beobachte ein Paar was sich gegenseitig an den Hintern fasste und liebkoste und fuhr mit der Rolltreppe zur U-Bahn hinab. Als Schreiber nehme ich mir des Öfteren die Zeit, Dinge zu betrachten und beobachte meine Umgebung, sowie die Menschen wie sie in dieser agieren. Ich schaute mit gemischten Gefühlen einigen scheinbar minderjährigen Mädels hinterher, welche mit Make Up und Lippenstift versuchten Erwachsen zu wirken. Da wunderte sich doch keiner mehr, das trauriger Weise einige von ihnen, einen Überfall auf sich erleben. Wünschen tu ich ihnen das nicht, doch frage ich mich was ihre Eltern wohl davon halten, dass sie sich so aufführen. Nach ein paar Sekunden war ich auch schon auf dem Bahnsteig der U-Bahn. Eine dreißig minütige Fahrt stand mir bevor, eine Fahrt wie jeden Tag. Eine Fahrt in der ich meist ein wenig döse, ab und an sogar einschlafe und wie immer aufschrecke, wenn ich aussteigen muss. Die elektronische Wartetafel zeigte mir, dass noch ca. 2-3 Minuten vergehen werden, ehe der Zug eintrifft. Nun gut, ich drehte mich etwas zur Seite und studiere ein wenig ein neues Filmplakat. Es handelt von einem Actions Film der irgendwann die Tage anlaufen würde. Eigentlich sollten mir Kinofilme egal sein, hatte doch eh niemanden der mit mir da hingehen würde. Jedoch freute ich mich schon ein wenig, denn wenn dieser auf DVD erscheinen würde, dann könnte ich parallel zu meinem Hobby dem Schreiben, einen neuen Film sehen. Der Gedanke hielt sich nicht lange fest, denn der Zug fuhr ein.

Wäre ich an diesem Tag etwas aufmerksamer gewesen, aufmerksamer als sonst, wäre mir die seltsame gebückte Gestalt aufgefallen, die sich ihren Weg durch die Menge bahnte und im Zug einstieg. Hätte ich in dem Moment, wo diese Person von einem Passanten angerempelt wurde, richtig hingeschaut, vielleicht wäre alles anderes gekommen, vielleicht wäre ich dann immer noch derselbe von damals. Also stieg ich, ahnungslos wie ich war, in jenem verhängnisvollen Zug ein und setze mich nahe der Tür hin. Neben mir befand sich ein Hopper, der zu seiner Musik, die er über überdimensionalen Kopfhörern hörte, abging. Bedauerlicherweise war seine Musik so laut, dass wirklich jeder mithören konnte. Seine ganze Art war mir schon zuwider, also schaltete ich auf meinen berüchtigten Modus Meeresrauschen. Während ich also so vor mich hinträumte, mir bereits ausmalte, was ich am Abend an meinem Notebook für Geschichten schreibe, schaute ich mich um. Vielleicht springt mir ja die Inspiration mitten ins Gesicht. Dazu kann ich nur eins sagen, passen sie auf mit dem was sie sich wünschen, es kann in Erfüllung gehen. Einige fragen sich jetzt vielleicht, warum ich eigentlich so viel immer abends schreibe, ganz einfach mein Traum war es damals, ein berühmter Schriftsteller zu werden. Ein Autor, der seines Gleichen sucht, ein strahlender Stern am Himmel der Schriftsteller. Manchmal malte ich mir sogar aus, wie in dreißig-vierzig Jahren Oberstufenschüler mein Werk im Deutschunterricht durchgehen würden. Jedes Mal, wenn ich daran dachte, zauberte es ein Lächeln auf meine Lippen und so grinste
ich in mich hinein und ignorierte die Blickte der Menschen, die sich von fröhlichen Menschen gestört fühlen. Dabei bin ich ja eigentlich nicht mal einer. Nebenbei fuhr der Zug seine Strecke, die Hälfte war bereits geschafft. Ich schaute auf meine schon leicht abgetragene Digitaluhr und murmelte zu mir selbst, „Schon wieder fast 19 Uhr, toll und da Winter ist, ist es sicher dunkel, wenn ich aussteige. Super.“ Jetzt war ich in der Lage, die grimmigen Blicke von vorhin zu erwidern und zack die Welt war wieder in Ordnung, aber nur für einen Augenblick. Ein Augenblick, der so flüchtig war, das mir erst heute klar wird wie kostbar er doch war, ich wünschte ich hätte ihn mehr genossen, ich wünschte es wirklich. Denn die Zeit, in der ich vor mich hinträumen konnte, war vorbei, für immer.

Plötzlich bremste der Zug, so stark das es die meisten von ihren Sitzen riss, Passagiere, die standen, umgeworfen wurden und einige sich dabei sogar verletzten. Niemals sollte man die Bremse betätigen, wenn der Zug volle Fahrt hatte. Einige wenige hatten vor Schmerz ihr Gesicht verzogen, viele brüllten laut irgendwelche nicht jugendfreien Flüche aus, allgemein war die Stimmung alles andere als gut. Ich selber hatte mir den Kopf an einer Kante gestoßen. Ich fasste mir an die Stirn und stellte fest, dass ich ein wenig blutete. Ein etwas älterer Mann der mir fast gegenüber saß stand auf und brüllte, „Ist hier verdammt nochmal jemand, den ich zu Rechenschafft ziehen kann? Das gibt eine Klage, ich werde diesen Ganzen Verei...“ Weiter kam er nicht, denn in dem Moment, öffnete sich die Zwischentür und ein Passant trat ein. Keiner hatte vorher bemerkt, dass die Lichter im anderen Abteil ausgegangen waren, wir fixierten nur diesen Typen. Sofort fasste der Mann von eben den Passanten ins Auge. „Sind Sie ein Verantwortlicher, ich will eine Erklärung für diesen Scheiß!“ Bedrohlich hob der Mann, scheinbar in
mittleren Jahren, seine Hand. Sein Gesicht war ebenfalls wutverzerrt und hasserfüllt. Die Eingestiegene Person schritt hinkend auf uns zu, wie aus Instinkt heraus gingen die meisten Leute zurück, ich ebenfalls. Denn irgendwas war seltsam an dem, es war ein Mann so viel war anhand des Körperbaus festzustellen. Er trug ein Mützenpulli und hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. In seiner linken Hand hielt er, wie in einer Art Krampf, sein Handy. Er hob seine Rechte dem wütenden Mann entgegen und röchelte irgendetwas. Es klang nicht menschlich, sondern nur schmerzerfühlt und fremd. Hätten wir alle nur in diesen Moment mehr auf seine Klamotten geachtet, hätten wir gesehen, das irgendwas Rotes unter der Kapuze heraus auf sein Oberteil tropfte. Die Gestalt griff nach dem Mann und verkrampfte sich in dessen Schulter, der Brüllaffe von eben schrie auf und versuchte den Kerl abzuschütteln, dabei fiel die Kapuze zurück und wir sahen es. Die Kehle des Mannes war aufgebissen. Dass er noch lebte war ein Wunder, denn alles war rausgerissen worden, alles. Sein Gesicht war schon ganz weiß vom Blutverlust und letzt endlich brach er qualvoll zusammen. Als sein Körper den Boden berührte brach die Panik aus. Die Menschen schrien, ich schrie, ich schrie um mein Leben. Alle versuchten herauszukommen, zu fliehen von diesem Ort. Dabei wurden einige schmerzhaft gegen die Innenausstattung des Zuges geschubst. Manche verloren sogar dabei ihr Bewusstsein. Ein Gedrängel entstand an den Türen, doch sie ließ sich kaum öffnen, selbst wenn, dahinter war die Nackte Wand, das Dunkel des U-Bahntunnels. Ich selber befand mich an dieser Stelle und versuchte mich irgendwie durchzuzwängen, als auf einmal die Lichter anfingen zu flackern und aus dem dunklen Abteil, aus dem der Tote gekommen war, ein Knurren zu hören war. Ein Knurren, was uns das Blut gefrieren ließ, ein Knurren was nicht von einem Hund stammen konnte, ein boshaftes Knurren war es, eines was nicht von dieser Welt war. Zumindest nicht von der Welt, die ich damals kannte. Aus dem Schatten heraus, im flackernden Schein der U-Bahn Beleuchtung, ragte eine blutverschmierte Pranke hervor. Die Menschen, um mich herum, waren auf einmal ganz Stil, sogar die Kleinkinder, die mit ihren Eltern unterwegs waren, hörten auf zu weinen. Es herrschte die reinste Stille und wie in einem schlechten Horrorfilm bewegte diese Kreatur sich langsam vor und offenbarte uns eine bestialische Fresse. Die Schädelform war recht menschlich, jedoch der Rest war geformt wie der Körper eines wilden Tiers ohne Fell. Es öffnete sein Maul und offenbarte Reißzähne, an denen noch Fetzen von Fleisch hangen. Fleisch von Menschen. Das Blut rang diesem Wesen herab. Man merkte, es war auf der Jagd und wir waren seine Beute. Es knurrte abermals und wie aus einer Trance erwacht, schrien die Menschen wie am Spieß. Kinder weinten wieder, alte Menschen fassten sich an die Brust, als hätten sie in dem Moment einen Herzinfarkt, und ich war mittendrin und bepisste mich förmlich vor Angst. Das Ding taumelte auf den Mann von eben zu, die Wut war der blanken Angst gewichen und im Moment als er schreien wollte, griff es an. Es jagte seine Klauen in den Brustkorb des Mannes, er schrie auf vor Schmerz. Das Wesen riss das Herz heraus, hielt es nach oben und schluckte genüsslich das tropfende Blut auf. Das Blut spritze an die Scheiben des Wagons und befleckte die Sitze mit dem roten Saft, auf denen wir bis eben noch saßen. Wir wussten alle, wir kommen hier nicht mehr raus. Ein kehliges Lachen entfuhr dem Wesen, es verspottete uns. Eine junge Frau neben mir, vielleicht ein oder zwei Jahre älter als ich, eine Frau die mehr als außerhalb meiner Liga, war fing jämmerlich an zu weinen, so war mir auch in dem Moment zu Mute. Ich zog mit irgendjemand noch mal an der Tür und endlich öffnete sie sich. Der Druck der anderen war enorm, aber irgendwie gelangten einige nach draußen, dabei griff ich die Hand der jungen Frau und zog sie mit mir. Dankbarkeit war in ihre Schminke verschmierten Augen zu sehen, ich gestattete mir ein Lächeln und wir rannten. Hinter uns waren Schreie zu hören. Das Vieh holte sich einen nach dem anderen. Der enge Tunnel führte uns nur nach vorn, es gab keinen anderen Weg. Ich lief wie von Sinnen. Mir tat schon alles Weh, als meine Begleiterin zusammenbrach und mich mit zu Boden zog. Ich schrie ihr zu, „Los komm schon wir müssen hier weg oder willst du etwa sterben!“ „Ich kann niiccht mehr“, gestand sie unter Tränen, „Bitte hilf mir, ich will nicht sterben.“ Ich fluchte laut und versuchte anschließend ihre volle Last hochzuheben und schulterte sie. „Wir kommen hier schon raus, keine Sorge.“ Sie hielt sich an meinem Brustkorb fest und sagte „Danke Ihnen, vielen Dank. Mein Name ist übrigens Stefanie“, sagte sie mir mit zitternder Stimme. „Ich bin Adrian, nur schnell weg hier.“ Sie nickte mir zu, zumindest spürte ich das in meinen Rücken. Ein leichtes Grinsen gestattete ich mir, was mir aber sogleich entwich. Denn wir bemerkte es, die Schreie waren verstummt. Dies ist doch ein Tunnelkomplex, eigentlich müssten wir selbst das leiseste Geräusch hören, doch es war Stille. Ich drehte mich langsam um. Wir sind scheinbar schon mehrere hundert Meter vorangekommen und ich wunderte mich, warum wir nicht so langsam an einen neuen Bahnhof ankamen. Ich runzelte ängstlich die Stirn und lief weiter, der Druck von ihr und das zusätzliche Gewicht nagten an meiner Kondition und so schaffte ich es nur noch einige Minuten weiter, ehe ich erschöpft in die Hocke ging. „Glaubst du, wir haben es abgehängt?“, fragte ich sie. Sie stieg von meinen Rücken, schob ihre langen blonden Haare nach hinten und schaute mich ratlos an. „Ich weiß es nicht, ich hoffe es. Gott was war das nur, ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm. Das kann doch nicht Wirklichkeit gewesen sein, oder?“, fragte sie mich so einfach daher. „Ehrlich Stef… ich kann dich doch so nennen oder?“. Sie nickte mir zu. „Ich weiß nicht, was es war, wir sollten nur so schnell wie möglich einen Bahnhof erreichen und irgendwie die Polizei benachrichtigen oder sonst irgendjemanden, der uns helfen könnte.“ Ich strich mir selbst meine Haare ein wenig nach hinten und festigte meinen Zopf. „Wir sollten uns auf jeden Fall verstecken. Wie wäre es mit dort?“ Sie zeigte darauf in Richtung einer Schaltkammer der U-Bahn. „Gute Idee vielleicht gibt es ja dort ein Telefon.“ Ich brach kurzerhand die Tür auf und betrat den Raum. Er war klein, aber groß genug für ein Versteck. Überall waren Schalttafeln und andere technische Vorrichtungen. Das Wichtigste jedoch ein Telefon. „Wir sind gerettet!“, entfuhr es ihr. „Ja, ich denke, wir haben es geschafft. Wir sollten aber weiter vorsichtig sein. Wir wissen nicht wo das Wesen hin ist.“ Stef schaute mich geschockt an und sagte in leicht piepsigen Ton, „Du denkst, es ist noch da irgendwo. Aber wir haben es doch abgehängt oder nicht?“ Ihre Stimme hob sich darauf. „Ach es wird schon alles in Ordnung sein. Ich rufe einfach mal bei den Zuständigen an.“ Darauf nahm sie das Telefon in die rechte Hand und lächelte mir zu. Ich gestattete es mir abermals sie anzulächeln und in dem Moment sah ich den Schatten hinter ihr an der Scheibe. Ein Schatten der rasend schnell irgendwas durch die Scheibe stieß. Das Lachen von ihr erstarb und ihr Blut spritze mir ins Gesicht, unterhalb ihres Halses, wo ihre Brüste waren, ragte eine mächtige Klaue hervor. Ich sah in ihre Augen und wusste, sie konnte ihre eigene Situation nicht begreifen. Doch ehe sie schreien konnte, zuckte die Klaue nach hinten und riss sie entzwei. Die Gedärme flaschten gegen die Wände, das Blut ergoss sich über meine Chucks und das Wesen von vorhin stieg in die kleine Kammer, in dem gedachten sicheren Versteck. Jetzt sah ich es genau, es hatte die Züge eines Menschen, aber viel zu lange Gliedmaßen, die in Klauen enden. Es musterte mich boshaft und sprach, ja es sprach mit mir. „Ees iist niicht reecht daas eiiner übeerlebt. Duu biist meein.“ Darauf attackierte es mich. Ich selbst war in dem Augenblick vor Angst viel zu geschockt gewesen, um überhaupt irgendwie fliehen zu können. Die Panik stand mir sicherlich ins Gesicht geschrieben. Ich wusste es, ich würde sterben. Als das Wesen mir seine Fangzähne in die Kehle vertiefte und meinen Hals aufriss. Mir jagten Gedanken durch den Kopf wie, ich werde Mrs. Mibbert nie wieder sehen, ich werde Karo nicht fragen können ob sie mit mir ausgehen würde und ich werde nie mehr das Bratfett bei WacWonalds riechen. Ich fühlte wie mein eigenes warmes Blut an mir herab floss, merkte wie es langsam taub wurde. Nicht mal den Fall zu Boden nahm ich richtig wahr. Mit trübem Blick sah ich wie sich das Wesen, lachend an meinem Brustkorb zu schaffen machen wollte. Gleich war es vorbei, gleich war ich endlich von diesem Leid und dem Schmerz erlöst. Ein erneutes Lachen entfuhr es dem Wesen und mir wurde Schwarz vor Augen. 

Kapitel 2: Jäger




Kälte, eisige Kälte spürte ich. Solch eine Kälte, dass ich dachte, ich würde erfrieren und das obwohl ich eigentlich schon lange Tod sein müsste. Ich hatte scheinbar keine Schmerzen, auch das spürte ich. Mein Hals schmerzte nicht, obwohl ich gebissen wurde. Bis auf das mir fürchterlich kalt war, fühlte ich mich eigentlich gut. „Moment mal!“, dachte ich mir in diesem Moment, ich spüre was! Also lebe ich. Mühsam versuchte ich meine Augen zu öffnen, sie fühlten sich tonnenschwer an. Jedoch schaffte ich es nach einiger Zeit. Mein Blick streifte den Raum, in dem ich mich befand, alles wirkte verschwommen und wirr. Ich bemerkte vor mir einen Schatten. War das Monster vielleicht noch da? Will es seine Arbeit zu Ende bringen? Panik überkam mich und ich versuchte wegzukriechen, konnte mich aber nicht bewegen oder rühren. Plötzlich strahlte mir eine Taschenlampe ins Gesicht, ein greller Schein der schmerzte und eine Stimme erklang.
„Oh mein Gott, ich glaube der lebt noch. Hey Claire, hier ist noch einer!“, sprach diese scheinbar männliche Stimme.
Darauf hörte ich schnelle Schritte. Bretter oder sonst was wurde zur Seite gestoßen. Und dann hörte ich ihn, diesen bittersüßen Klang. Den Klang der Stimme von Claire Colt.
„Moment Leon, ich bin gleich da.“
Abermals das Geräusch von Schutt, was zur Seite geschoben wurde.
„Das kann doch nicht sein, der lebt tatsächlich noch. Aber hier ist so viel Blut oder ist das dieser Freak.“
Darauf antworte der andere Fremde nur mit, „Naja der Freak liegt hier in seinen Einzelteilen. Keine Ahnung was passiert ist. Der Typ scheint aber relativ Unverletzt zu sein.“
In diesem Moment festigten meine noch recht trüben Augen meinen Blick und offenbarten mir drei Dinge. Zum ersten das Szenario, meine Kleidung war zerfetzt, ich selber lag in einem Haufen Schutt, bestehend aus Trümmern der kleinen Kammer und verschiedenen Gerätschaften, die
einmal funktionierten. Um mich herum nur Blut und der Leichnam der Bestie. Dass ich mich in diesen Moment darüber nicht wunderte, ist im Nachhinein wirklich seltsam. Jedoch war der weitere Anblick sehr ablenkend. Über mich gebeugt war eine Person namens Leon, ein recht muskulöser Kerl, mit kurz geschorenen Haaren und einer Narbe auf der Stirn. Sein Blick war wie der meine auf eine Person einige Meter vor mir gerichtet. Dort stand sie Claire. Ihr Gesicht war wunderschön, mit dieser Stupsnase und ihrem leicht grimmig verzogenen Mund. Ihre Augen waren zwar dunkel, vielleicht Schwarz oder Braun, mehr konnte ich durch die Bestrahlung der Taschenlampe nicht erkennen, jedoch wusste ich, sie waren wunderschön. Ihre Haare waren unter einer Mütze versteckt, jedoch erahnten sich schwarz lange Haare, die für mich schimmerten. Ob sie wirklich taten, wusste ich nicht. Das einzige, was diesen wundervollen Anblick trübte, war das Blut um mich herum und die gezogene Waffe, die sie auf mich richtete.
„Hey du, wie konntest du das Überleben. Los sag schon!“, sprach sie mit bestimmenden Ton zu mir.
„Ehm, ich weiß es nicht, aber entschuldigt, könntet Ihr mir bitte nicht die Taschenlampe ins Gesicht halten, danke.“
Seltsam frech von mir in diesem Moment, aber was soll ich sagen sie, störte wirklich.
„Leon, heb ihn mal auf.“
„Geht klar Chefin“, scherzte er grinsend.
Daraufhin wurde mein Körper unsanft aufgerichtet und auf einem noch verbliebenen Stuhl gesetzt.
„Ehm, danke Le… Leon war dein Name nicht? Danke. Ich muss mich wohl allgemein bei euch bedanken, ihr habt mir mein Leben gerettet.“
Daraufhin streckte ich meine Hand Claire entgegen, die sie aber höflichst ignorierte.
„Gerettet, wir haben niemanden gerettet, wir kamen zu spät. Dieser Freak hat schon seinen Schaden angerichtet.“
Ihr Blick war gefüllt mit Wut, Wut auf das Ding, was sie als Freak bezeichnete, und scheinbar
auf sich selbst, letzteres wurde mir erst im Laufe unserer Bekanntschaft klar.
„Aber warum bin ich dann noch am Leben?“, fragte ich leicht hysterisch. „Wer hat mich dann gerettet!“
Ich packte Leon´s Schultern. „Wer hat mich gerettet!!!“
„Wir auf jeden Fall nicht“, antwortete er trocken. „Claire wir sollten ihn zu Jeff schaffen, vielleicht weiß er was.“
Claire packte kopfschüttelnd ihre Waffe weg. Wie ich später erfuhr handelte es sich dabei um eine Dan Wesson Model 44, vererbt von ihrem Großvater.
„Mein Papa? Vielleicht hast du Recht, mehr können wir hier sowieso nicht mehr tun. Wir hätten früher hier sein sollen, vielleicht hätten wir es verhindern können.“ Voller Wut schlug die junge Frau gegen einen abgebrochen Balken, der darauf ein knirschendes Geräusch von sich gab. „Verdammt…“.
„Claire beruhige dich, wir können nicht jeden retten, das weißt du. Dennoch wenn wir den Kleinen hier mitnehmen, ist zumindest einer dabei. Ein Leben ist besser als garkeines.“ Darauf packte er mich, legte mir Handschellen an und sagte zu mir, „Wenn du irgendwelche Dummheiten machst, beende ich, was das Monster bei dir angefangen hat“
Meine Erwiderung war ein einfach entsetztes Schlucken. Was passierte hier nur. Claire untersuchte kurz noch die Überreste des Wesens und sprach darauf zu uns, „Nun gut. Wir Jäger haben es nicht leicht, das weiß ich. Dann lasst uns zurück zum Hotel gehen. Leon Gibt ihm aber vorher mal deinen Mantel, nicht das uns jemand Anhält nur weil er voller Blut ist.“
„Alles klar Boss. Wäre eine lustige Überraschung, wenn uns die Polizei anhalten würde, nur weil er so rot verschmiert aussieht. Da fällt mir ein…“, darauf drehte sich Leon wieder zu mir, „… Kleiner wie heißt du eigentlich?“
Ich betrachtete schockiert die Handschellen an meinen Gelenken und erwiderte schnell, „Adrian. Adrian Stevens. Sind die Handschellen

+Kommentare (5)

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:) ich schreibe demnächst weiter Arbeit sorgte dafür das ich sogut wie keine Zeit mehr hatte

satoichi • 12.11.2012 20:07

Wobei ich ja eigentlich nicht viel halte von Storys die über Mord, Serienkiller und ähnlichem handeln, finde ich diese Seiten sehr interessant geschriebenn und finde insgesamt alles sehr lesenswert, allerdings auch nur, weil es nicht so eine abgehobebene Science Fiction Story ist und immer wieder zur Realität zurückfindet.

Seelenleben • 11.11.2012 14:20

Ich glaube, dass es "nur" 71 Seiten gibt.

Käsefrau • 21.05.2012 12:15

Bin neu hier.... kann nur bis Seite 71 lesen, warum? Ich will den Rest auch noch lesen, finde es nämmlich super spannend! Klasse story würde nur all zu gerne gerne wie wie es ausgeht.

Bommbel • 21.05.2012 11:42

Sehr gute Geschichte. Hab zwar den ein oder anderen Fehler gefunden, aber das ändert nichts an der Story

Foxy • 28.03.2012 14:09

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  • Chester hat dieses eBook mit 5 Sternen bewertet. 23.04.2012 16:40
  • Marty hat dieses eBook mit 5 Sternen bewertet. 20.03.2012 19:32

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